Domoterra for Kids
Zuerst begreifen - und dann verstehen
 
 

Wir sprechen heute von Begreifen und meinen Verstehen. Selbstverständlich setzen wir dabei den Verstand mit der haptischen Erfahrung gleich. Real schwindet jedoch unser Bezug zu Materialien in der virtuellen Welt zusehends.

 

Die Schweizer Ziegeleien setzen mit dem Projekt " Domoterra for Kids" einen Kontrapunkt dazu und fördern bei Kindern den direkten Kontakt mit Lehm. Dies sensibilisiert ihre Wahrnehmung und schafft Begriffe zu Raum, Bau und Umwelt.

 

Allen Schulen und Kindergärten wird gratis Modellierton abgegeben, die Möglichkeit geboten, Lehmgruben für einen spannenden Unterricht zu nutzen und von pädagogisch wertvollen Lehrmitteln zu profitieren.



Unsere Erde begreifen

 

Das Element Erde müsste jedem Kind aus dem eigenem Tun und Erleben vertraut sein. Ein tiefes Loch graben, mit Wasser matschen und mit den Füssen darin versinken. Oft fehlen dazu die Möglichkeiten: Die Erde kommt aus dem Gartencenter und der Sand aus dem Kasten. Lehmgruben sind daher Bildungs- und Erlebnisbiotope schlechthin. Hier kann entdeckt werden, was vielen Kindern sonst verwehrt bleibt.

 

Über 10 solcher Lernorte wurden für Kindergärten und Schulen gesamtschweizerisch zugänglich gemacht sowie der kostenlose Bezug von Modellierton ermöglicht. Zusätzlich werden geeignete Lehrmittel zur Verfügung gestellt, deren Inhalte themenbezogen auf die Fachbereiche Gestalten/ Werken und Natur/Umwelt ausgerichtet sind. Die Förderung der Selbst- und Sozialkompetenz wird durch die ungewohnten Mittel und Situationen im Unterricht ins Zentrum gestellt.

 

Schweizer Lehm wird in regionalen Gruben abgebaut und in nächster Nähe zu Grobkeramik verarbeitet. Beim Abbau freigelegte Lehmschichten sind Millionen Jahre alt. Anschaulich liegt so „geschichtete" Erdgeschichte in den Grubenwänden zum Anfassen nah. Nach dem Abbau wandeln sich die Gruben zu Feuchtbiotopen und bieten so vielen Tieren und Pflanzen einen einzigartigen Lebensraum.

 

Erde, Wasser, Feuer und Luft werden in der Arbeit mit Ton auf eindrückliche Weise miteinander vereint. Lehm ist nur formbar, wenn zwischen den einzelnen Tonplättchen Wasser eingelagert ist. Das Befeuchten des Tons und Verstreichen mit Wasser ist eine lustvolle und sinnliche Erfahrung. Wenn das Wasser verdunstet, trocknet der Ton an der Luft und wird hart. Auch das eigene Brennen ist möglich. Dazu werden Holzkohle und Brennobjekte schichtweise in eine deckel- und bodenlose Konservendose gefüllt und von unten angezündet. Mit einem solchen Büchsenbrand kann auf einfache Weise erlebt werden, wie Keramik entsteht.

 

Seit Urzeiten schichten Menschen Backsteine zu Mauern und bauen so Wohn- und Arbeitsräume, Türme, Kirchen und Paläste. Als Spiel tun es ihnen die Kinder gleich und entwickeln damit ein Gefühl für Statik und Konstruktion. Mit Modellieren von weichem Lehm lässt sich schnell Raum bilden und Form gestalten. Dies sind die ersten Schritte zum Verständnis von Bau und Architektur und dem Entdecken von gebauter Umwelt.

 

 
 

 


Trägerschaft:

Domoterra - Die Schweizer Ziegeleien

 

Projektleitung:

Markus Dobrew, Gestalter HFG SWB / ZZ Wancor, Regensdorf

 

Pädagogische Leitung:

Karolin Weber, Dozentin IVP NMS / Pädagogische Hochschule Bern

 

Stufe:

Kindergarten bis Mittelstufe

 

Angebot:

  • Lehrmittel und Unterrichtshilfen für die Vorbereitung von Lektionen
  • Lehmgruben als ausserschulische Lernorte für den Unterricht im Freien
  • Bezug von kostenlosem Modellierton für alle Kindergärten und Schulen
  • Brennservice und keramisches Fachwissen

Lehmgruben:

AG   Frick

BE   Rapperswil

BE   Roggwil

BL    Laufen

GR   Landquart

LU    Gisikon

LU    Hochdorf

TG    Berg

TG    Istighofen

TG    Schlatt

ZH    Rafz